10 Tipps, um Dein Kind stark zu machen

Selbstbewusstsein stärken Kinder

Stell Dir vor, Dein Kind...

  • geht ohne Ängste und Sorgen in die Schule
  • meldet sich regelmäßig im Unterricht und erledigt sein Aufgaben eigenständig und ohne Murren,
  • löst Konflikte selbständig und findet richtig tolle Freunde
  • ist einfach stark und selbstbewusst.

Endlich Schluss mit...

  • "Mama ich kann das alles nicht."
  • "Dafür bin ich eh zu blöd."
  • "Die anderen ärgern mich dauernd."
  • "Ich bin ein Versager!"

Mit diesen 10 Tipps und Übungen kannst Du das Selbstbewusstsein Deines Kindes stärken.

Junge reißt stolz und voller Freude die Arme hoch

10 stärkende Tipps

Tipp 1: Gefühle stehe nicht zur Diskussion

Jedes Gefühl, das Dein Kind äußert ist wichtig und richtig. Es ist nicht sinnvoll, dass Du argumentierst mit "Du brauchst doch aber keine Angst zu haben, weil...". oder "Warum bist Du denn jetzt so wütend? Es ist doch gar nicht so schlimm." Damit gibst Du Deinem Kind das Gefühl, dass das was es denkt und fühlt nicht richtig ist. Und nehmen ihm damit die Chance sich seiner selbst bewusst zu sein.

Leite Dein Kind stattdessen dazu an, über seine Gefühle zu sprechen und versuche zu ergründen was hinter dem Wutausbruch steht.

Ganz wichtig: Gefühle dürfen und müssen gelebt werden. Und das gilt sowohl für Freude und Liebe als auch für Wut, Angst und Kummer.

Tipp 2: Hinterfrage Deine Regeln

Alle Sätze, die Du auf Nachfrage Deines Kindes mit „Weil MAN das so macht!“ beantwortest, solltest Du hinterfragen.

  • Ist es wirklich zwingend notwendig, dass man vor jedem Essen die Hände wäscht?
  • Kann man wirklich nicht barfuß zum Spielplatz gehen?
  • Muss man wirklich direkt nach der Schule und vor dem Spielen die Hausaufgaben machen?

Versuche die Angst abzulegen, dass alles aus dem Ruder laufen könnte, wenn Du auf ein paar Deiner Regeln zugunsten der Selbstbestimmung Deines Kindes verzichtest.

Tipp 3: wertschätzender Umgang mit "Fehlern"

Es ist sicher einfach, Dein Kind in den Arm zu nehmen und es dafür zu loben, wenn es z.B. erzählt, wie es auf dem Schulhof einen Streit geschlichtet hat.

Aber was, wenn Dein Kind sich nicht Deiner Erwartung entsprechend verhalten hat? Dann ist es sehr wichtig, dass Du wirklich nur das Verhalten Deines Kindes kritisierst, nicht Dein Kind als Person an sich. Dass Du also die Liebe zu Deinem Kind nicht an Bedingungen knüpfst.

Ein Beispiel: Dein Kind kommt nicht, wie ein vereinbart, um 18.00 Uhr von der Freundin nach Hause, sondern erst um 18.30 Uhr. Dann wäre es völlig ok, darüber zu sprechen, dass Du Dich darüber geärgert hast, dass es die Verabredung nicht eingehalten hat. Möglich wäre auch, dann z.B. die 1/2 Stunde Fernsehen am Abend zu streichen, weil die Zeit dafür nun schon vorbei ist. Nicht wertschätzend wäre es jedoch, das Schlafensritual zu verändern und das Kind z.B. ohne Gute-Nacht-Geschichte ins Bett zu schicken, weil es Dich enttäuscht hat. Damit würdest Du Dein Kind als Person abwerten und die Liebe, die Du ihm abends beim Zubettgehen schenkst, an die Bedingung knüpfen, dass es  tagsüber "funktioniert."

Tipp 4 : gleiche Regeln für alle

Du kennst es.

Die Kinder haben die strikte Ansage, dass auf dem Sofa nicht gekrümelt wird.

Und was machst Du, wenn die Kids abends im Bett sind? Netflix, Chips und Kekse auf dem Sofa, stimmt's?

Völlig normal und dennoch kann es sich negativ auf den Selbstwert Deines Kindes auswirken, wenn auf diese Weise mit zweierlei Maß gemessen wird. Kinder merken diese Ungerechtigkeit und empfinden sich als weniger wertvoll als Du oder andere Erwachsene im Haushalt.

Tipp 5 : "Ent-Wicklung" darf sein

Dein Kind hat etwas vor. Du hast eine Idee davon, wie es am besten gelingen könnte und schon versuchst Du, Dein Kind von Deinem - dem richtigen - Weg, zu überzeugen. Du meinst es ja nur gut.


Kinder werden nicht lebensfähig,

wenn wir alle Steine aus dem Weg räumen.

(Jesper Juul)


Kinder sollten erfahren, dass sie ihren eigenen Stil, ihre eigenen Ideen und Vorstellungen ausprobieren und daraus lernen dürfen. So geht Entwicklung. Nur wenn sie neue Dinge ausprobieren - im Coachingkontext spricht man häufig davon, seine Komfortzone zu verlassen - werden sie an den Erfahrungen wachsen und ein starkes Selbstvertrauen entwickeln.

Hier darfst Du natürlich unterscheiden, zwischen Dingen, bei denen es wirklich wichtig ist, dass Du eine Entscheidung für Dein Kind triffst (z.B. wird auf jeden Fall der Fahrradhelm aufgesetzt - ohne Diskussion) und solche Dingen, wo ein Ausprobieren seitens Deines Kindes gefahrlos stattfinden kann.

Tipp 6 : Bleibe bei Dir

Eine Grundregel der Kommunikation: bleibe in Deinen Aussagen bei Dir. Wenn Dein Kind etwas angestellt hat, ist es zwar der Auslöser für Deine Wut, aber nicht der Grund. Das ist ein himmelweiter Unterschied.

Dein Kind hat lediglich ein Verhalten gezeigt. Dass Du Dich darüber ärgerst, ist Deine Reaktion darauf, die durch Deine Gedanken und die Bewertung dieses Verhaltens entsteht.

"Ich habe Dir schon tausend Mal gesagt, dass Du nicht mit den dreckigen Schuhen ins Wohnzimmer rennen sollst." - Hier ist Dein Kind als Person angesprochen und wird als Mittelpunkt des Problems gesehen.

Anders sieht es aus, wenn Du es so formulierst: "Es macht mich ärgerlich, wenn der Schmutz Deiner dreckigen Schuhe im ganzen Wohnzimmer liegt. Ich fühle mich nicht wohl, wenn es so schmutzig ist."

Tipp 7 : Hilf Deinem Kind, sich seiner selbst bewusst zu werden

Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstwert... alles Begriffe, die im alltäglichen Sprachgebrauch synonym verwendet werden. Dabei besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen ihnen.

Nehmen wir das Selbstbewusstsein. Sich seiner selbst bewusst zu sein, bedeutet genau hinzuhören, in sich hinein zu spüren und zu verstehen, welche Botschaften aus unserem Inneren kommen. Es ist also ein Prozess der Beobachtung und Selbstreflexion nötig, um Selbstbewusstsein aufzubauen.

Und ja, das können auch schon kleine Kinder lernen, z.B. mithilfe der Feel-Back-Goal-Technik (s. Sei stark wie ein Löwe, Daniel Duddek, 2020, S.137)

Diese Technik besteht aus 3 Fragen:

  1. Wie fühle ich mich gerade? (Feel)
  2. Welcher Gedanke, welches Bedürfnis stecken dahinter? (Back)
  3. Was muss passieren, damit es mir besser geht? (Goal)

Ein Beispiel: Dein Kind kommt ins Wohnzimmer gerannt, wo Du Dich gerade mal 5 Minuten mit einem Kaffee aufs Sofa gesetzt hast: "Mama, kannst Du mir bei den Hausaufgaben helfen? Ich verstehe die Matheaufgabe nicht." 

Du wirst wütend und motzt Dein Kind an: "Kannst Du nicht einmal allein Deine Hausaufgaben machen? Immer muss ich mich daneben setzen."

Wenden wir nun die Technik an:

  1. Wie fühle ich mich gerade?  Wenn Du genau in Dich hineinspürst, ist es vielleicht gar nicht Wut, die Du verspürst, sondern eher Erschöpfung und Müdigkeit.
  2. Welcher Gedanke, welches Bedrüfnis stecken dahinter? Du wünschst Dir eine Pause. Du brauchst einen Moment Ruhe und Entspannung nur für Dich allein.
  3. Was muss passieren damit es Dir besser geht? Du planst, gemeinsam mit Deiner Familie, Zeiten am Tag ein, an denen Du ganz in Ruhe Deinen Kaffee trinken kannst. Alle haben dann die Ansage, Dich in dieser Zeit nicht zu stören.

Tipp 8 : Nicht alles was andere denken, ist wichtig

Unterstütze Dein Kind darin, zu lernen, dass die Meinung anderer, nur eine Meinung ist, nicht die Realutät.

Meine Kurse und Coachings basieren auf den Grundannahmen des NLP (Neurolinguistisches Programmieren). Eine dieser Grundannahmen lautet: Die Landkarte ist nicht das Gebiet.

Worte sind zunächst nur Worte. Verletzend werden sie ausschließlich durch unsere Bewertung und Reaktion darauf. 




Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, 

sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.

(Epiktek)


Meinungen sind immer subjektiv und spiegeln die Glaubenssätze unseres Gegenübers wieder. Dein Kind selbst kann entscheiden, ob es den Meinungen und Worten anderer die Macht über sich gibt oder nicht.

Tipp 9 : Stress reduzieren

Der wichtigste Faktor hier lautet: Ausruhen!

Um stark und selbstbewusst zu werden, braucht es ein gutes Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung. Unsere Kinder stehen häufig unter einem ständigen Stresspegel: Schule, Sport, Verein, Instrument, Nachhilfe. Teilweise bewältigen sie einen 8 Stunden Arbeitstag, manchmal mehr.

Um sich seiner selbst, seiner Bedürfnisse und seine Gefühle bewusst zu werden und sich selbst wahrzunehmen, braucht es aber Zeit. Zeit um seinen Gedanken nachzugehen, zum Tagträumen, zum Pläne schmieden.

Plane daher mit Deinem Kind ganz bewusst solche Pausen ein. Und unterstütze es dabei auch einmal Langeweile auszuhalten. Besonders gut geeignet dafür sind z.B. Traumreisen (s. auch meinen Blogartikel: Traumreisen für Kinderoder auch Achtsamkeits- und Atemübungen (s. mein Blogartikel: Atemübungen für Kids.)

Tipp 10 : Übergib Verantwortung!

Verantwortung stärkt die Motivation, regt zur Planung an und fördert das Selbstbewusstsein.

Du könntest z.B. einen Vertrag mit Deinem Kind abschließen, in dem es sich verpflichtet, über einen gewissen Zeitraum selbst auf seine Aufgaben und To Do's zu achten.

Vielleicht in der Art: "In dieser Woche bestimme ich selbst zu welcher Zeit ich meine Hausaufgaben mache. Ich plane mir genug Zeit ein, damit vor dem Schlafengehen alles erledigt ist. Mama quatscht mir da nicht rein. Wenn das gut klappt diese Woche, darf ich auch in der nächsten Woche bestimmen wann ich meine Aufgaben mache. Klappt es nicht, darf Mama wieder sagen wann ich meine Hausaufgaben mache."

Diese Eigenverantwortung ist für die allermeisten Kinder sehr motivierend und Du wirst staunen wie stressfrei die Hausaufgabensituation in Zukunft vonstatten geht.

Fazit

Das habe ich noch nie versucht. 

Also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.

(Pippi Langstrumpf)

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